Rom und das Erdbeben

 

Til und ich hatten unser Camp am Lago di Bracciano in der Nähe von Rom aufgeschlagen als es in Mittelitalien ein starkes Erdbeben gab. Am Abend zuvor hatten wir auf dem Campingplatz noch gemütlich unser kleines Autokino aufgebaut und Pizza gegessen.

IMG_1074Aber als  wir am nächsten Morgen aufwachten hatte ich vier verpasste Anrufe von meiner Mama auf dem Handy. Ich rief sie gleich zurück. Meine Oma und eine Freundin hatten schon bei ihr angerufen und sie machte sich riesige Sorgen. In Mittelitalien hatte es ein starkes Erdbeben gegeben, das man sogar im 150 km entfernten Rom noch gespürt hatte und welches die antiken Gebäude wackeln ließ. Bracciano liegt etwa eine Stunde von Rom entfernt. Theoretisch hätten Til und ich das Erdbeben auch spüren müssen, aber bei uns hat es die ganze Nacht gestürmt. Wir haben beide sehr schlecht geschlafen, also haben wir es wohl doch gemerkt. Heute weiß ich, dass es bei diesem Erdbeben etwa 240 Tote gegeben hat.

Wenn meine Mutter uns nicht angerufen hätte, hätten wir wahrscheinlich nichts von dem Erdbeben gewusst. Es ist erstaunlich wie wenig man mitbekommt wenn man im Ausland ist, die Sprache nicht versteht, keine Zeitung liest, nicht fernsieht, kein Radio hört und nur selten und schlechtes Internet hat. Es ist etwas anderes wenn man von Erdbeben in den Nachrichten hört, als wenn so etwas nur eine Stunde von einem entfernt passiert. Es nimmt einen sehr mit und ob sie nun rational ist oder nicht: man hat große Angst. Ich wollte weiter von dem Epizentrum weg aus Angst vor Nachbeben.

Also waren wir früher als erwartet südlich von Rom auf dem ältesten Campingplatz der Stadt. Mit 80€ für zwei Nächte war es auch der teuerste. Unser Platz war direkt neben dem einer französischen Jugendgruppe, die Nachmittags immer das komplette Campingplatzbadehaus blockierten, unter der Dusche laut Rihanna mitsangen und anschließend ihre Afros föhnten.

Am Freitag kamen dann Tils Mutter und ihre Freundin in Rom an. Sie hatten eine Airbnb Wohnung gemietet in der wir das Wochenende verbringen würden. Also fuhren Til und ich mit dem Auto nach Rom rein. Wenn ihr vorhabt nach Rom zu reisen und ihr es irgendwie vermeiden könnt mit dem Auto zu fahren, dann lasst es. Ernsthaft es ist furchtbar. Die Italiener fahren sowieso gewöhnungsbedürftig aber in Rom scheinen jegliche Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt. Als wir endlich bei der Airbnb Wohnung in Trastevere ankamen war Til absolut gestresst und ich als Beifahrerin völlig fertig mit den Nerven.

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Aber die Wohnung war ein Traum. Mitten in dem Szeneviertel Trastevere lag diese Wohnung in einem völlig ruihgen Innenhof mit Blick auf einen großen Garten. Wir, die jetzt seit fast einem Monat in einem Auto gelebt hatten, waren wunschlos glücklich. Wir machten erstmal einen Mittagsschlaf in einem richtigen Bett und genossen es, dass wir ein riesiges sauberes Badezimmer hatten. Besonders freuten wir uns auch über den Kühlschrank. Abends kamen dann Tils Mutter und ihre Freundin an und wir gingen alle zusammen in Trastevere essen. Tagsüber ist Trastevere ein wunderschöner Stadtteil in dem man ausgiebig bummeln kann. Aber bei Nacht verwandelt sich Trastevere in einen magischen Ort. Viele junge Leute drängeln sich durch die engen Gassen, essen in den vielen Restaurants, unterhalten sich ausgelassen in den Bars und schlendern vorbei an den Händlern die wunderschöne filigrane Ringe und Sonnenbrillen verkaufen. Der Strom zieht einen immer wieder zum Herz des Viertels: dem Piazza Santa Maria. Auf diesem Platz spielen junge Leute Gitarre und wenn man Glück hat sieht man auch die tanzende Feuerspuckerin.

What we saw

Fontana di Trevi

Der Brunnen war mein absolutes Highlight in Rom. Man biegt um eine Ecke und steht plötzlich vor dem Trevi Brunnen. Wenn ich nochmal in Rom bin möchte ich ihn unbedingt auch bei Nacht sehen. (siehe Beitragsbild)

Forum Romanum und Kolosseum

IMG_1110Tils Mutter hatte vorab online (rome.info/colosseum) ein Combiticket für das Forum Romanum und das Kolosseum gekauft. Also sind wir am Samstag von Trastevere aus zum Forum Romanum gelaufen. Früher war das Forum Romanum der Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens. Heute sind es Ruinen von Tempeln, Bögen und Basilisken mitten in einer Großstadt, die einen in die römische Kaiserzeit zurückversetzen. Es war an dem Tag so heiß in Rom, dass Touristen die Köpfe unter die öffentlichen Wasserhähne hielten. Auch mir machte die Hitze sehr zu schaffen.

Danach gingen wir ins Kolosseum und standen dank unserer Onlinetickets nur etwa 10 Minuten Schlange. Das Kolosseum ist einfach beeindruckend und eines der Weltwunder, die man unbedingt gesehen haben muss.

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