Contis Plage oder wie unser Surfkurs ins Wasser fiel

Nach Cinque Terre fuhren Til und ich an der Côte d’Azur entlang. In der Nähe von Saint-Tropez gingen wir auf den Campingplatz La Bergerie, den wir uns nur leisten konnten, weil wir mittlerweile in der Nebensaison waren und wir eine ADAC-Campingkarte (Reisetipp!) hatten. La Bergerie hatte einen riesigen Aquapark, tolle Sanitäranlagen und ein eigenes Hammam mit anschließendem Fitnessraum. Natürlich hatte dies nicht mehr viel mit Camping zu tun, aber für ein paar Tage genossen wir einfach diesen Luxus und sonnten uns am Pool. Für einen Tagesausflug fuhren wir nach Saint-Tropez. Es war wunderschön, wobei ich das Schaulaufen der Superreichen fast interessanter fand als die Stadt an sich. In einem Ladurée kauften wir uns Macarons (glutenfrei) und setzten uns an den Hafen um all die Luxusjachten zu bestaunen, von denen es hier reichlich gab. Während die Reichen in schicken Restaurants am Hafen Muscheln aßen, kauften wir uns Pommes an einem Imbiss. Die waren auch lecker.

Ein kleines Paradis: La Bergerie
Ein kleines Paradis: La Bergerie
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Ein cooles Auto in Saint-Tropez

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Hoptimobil umringt von Bambus
Unser geliebtes Hoptimobil umringt von Bambus

Wir hatten einen verrückten Monat in Italien hinter uns, in dem wir so viele wunderschöne Orte gesehen hatten, wie noch nie zuvor in unserem Leben. Die Eindrücke hatten uns überwältigt und nun waren wir erschöpft. Auf jeder noch so schönen Reise kommt ein Moment in dem man sich nach dem Vertrauten sehnt. In Frankreich angekommen fehlte es uns in einem richtigen Bett zu liegen, ein richtiges Dach über dem Kopf zu haben und einfach nur zu Hause zu sein. An unseren Tag in Aix-en-Provence kann ich mich kaum noch erinnern. Ich konnte einfach keine Eindrücke mehr aufnehmen. Aber der Campingplatz in Aix-en-Provence war wunderschön, ruhig und idyllisch. Der Platz wurde von einem Fluss geteilt, dessen Rauschen einen den ganzen Tag begleitete und unser Auto war umringt von hohem, grünen Bambus. Genau diese Ruhe brauchten wir um uns darüber Gedanken zu machen wohin wir nun reisen wollten.

Wir hatten die ganze Reise davon geträumt, einen Surfkurs in Contis Plage zu machen, einem kleinen Ort direkt an der französischen Atlantikküste. Also fuhren wir Morgens in Aix-en-Provence los und kamen Abends um 10 Uhr auf dem Campingplatz an. Diesen Platz mussten wir im Voraus bezahlen und da wir ja einen Surfkurs machen wollten bezahlten wir gleich für vier Nächte. Dies würde sich noch als Fehler herausstellen.

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Lichterkettenglas vor dem Sonnenuntergang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleich am nächsten Morgen gingen wir zu der Max Respect Surfschule in Contis Plage. Wir waren in einer Gruppe mit vier anderen, bekamen Wetsuits und große Anfängerboards. Ich fühlte mich schon wie ein richtiges Surfergirl als wir zum Strand gingen. Am Strand angekommen, gab uns unser Surflehrer noch einen Mini Theoriekurs, indem er Strömungen und Sandbänke in den Sand zeichnete. Und dann durften wir es endlich probieren. Unsere Aufgabe: So viel Kraft sparen, dass wir am Ende des Tages die Düne wieder raufkommen würden. Ach was, ein Kinderspiel! Ich hatte die Strömung unterschätzt. Erst einmal sollten wir Bodysurfen. Das heißt ein Gefühl für die Welle entwickeln, indem wir nur mit unserem Körper (ohne Brett) versuchten, die Welle zu reiten. Til und ich warfen uns in die Wellen und versuchten vor dem anderen eine Welle zu erwischen. Das allein machte schon sehr viel Spaß. Als wir dann das Brett mit ins Meer nehmen sollten, kostete es mich schon enorme Anstrengung mein Brett überhaupt unter Kontrolle zu behalten. Auf dem Brett gestanden haben Til und ich an diesem Tag beide nicht. Aber obwohl wir nur auf dem Brett gelegen hatten und dauernd runtervielen bei dem Versuch aufzustehen, hatten wir unglaublich viel Spaß und waren ziemlich stolz auf uns. Nach dem zweistündigen Surfkurs war ich allerdings so erschöpft, dass ich tatsächlich mit der Düne zu kämpfen hatte, die mir auf dem Hinweg noch so lächerlich klein vorgekommen war.

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Til vor der Surfschule in Contis Plage
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Max Respect Surfschule

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als ich am nächsten Tag aufwachte fühlte ich mich als hätte mich etwas überfahren. Alles tat weh und auf meinen Schenkeln hatte ich zwei riesige blaue Flecke dort, wo ich mich aufs Brett geworfen hatte. Ich wollte einen Tag aussetzen und Til hatte auch nichts dagegen.

Doch wir hatten unterschätzt, dass es mittlerweile auch in Frankreich September geworden war. Die nächsten Tage regnete es in Strömen und in der Surfschule sagte man uns es sei zu gefährlich bei diesem Wetter zu surfen. So viel dazu: Shit happens! Aber anstatt  einfach vor dem Regen wegzufahren, wie wir es sonst immer getan hatten mussten wir bleiben, da wir für den Platz ja bereits im Voraus gezahlt hatten. Also machten wir einen kleinen Abstecher in die Stadt, bei dem wir klatschnass wurden und versteckten uns die restlichen Tage im Hoptimobil oder in dem überdachten Pool des Campingplatzes.

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A rainy day in the car
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Til versucht Wasser zu kochen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich hatten wir auf dem Campingplatz waschen wollen, aber da es die ganze Zeit regnete, hätten wir keine Möglichkeit gehabt unsere Wäsche zu trocknen. Letztendlich mussten wir doch ein paar Sachen mit der Hand waschen und versuchten diese zu trocknen, indem wir die nassen Sachen im Auto aufhängten. Nachdem sie nach zwei Tagen immernoch nicht trocken waren verbrachte ich eine Stunde damit sie zu föhnen. Das war ein Spaß.

 An unserem letzten Tag in Contis Plage gingen wir ein letztes Mal zum Strand, da der Regen ein wenig nachgelassen hatte. Trotzdem war es kühl, weswegen ich eine lange Hose trug. Natürlich, wie sollte es auch anders sein, erwischte mich eine Welle und meine Hose klebte klatschnass am Körper. Til lachte sich schlapp und er ist wirklich unerträglich wenn er schadenfroh ist.

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Ich in einer Düne mit meiner klatschnassen Hose
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Meine Schuhe am Meer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Woche Rumliegen im Auto hat uns im Nachhinein echt gut getan. In Italien hatten wir uns jede Stadt und jede Sehenswürdigkeit angeguckt und vielleicht ein wenig vergessen auch einfach mal Urlaub zu machen. Aber nach dieser Woche Erholung waren wir bereit für das nächste Abenteuer: Spanien!

 

Campingplätze:

Camping domaine de la Bergerie, Roquebrune-sur-Argens

Camping Arc-en-Ciel, Aix-en-provence

Yelloh Village Camping Lous Serrot