Barcelona und die Finka an der Costa Blanca

Irgendwo im Nirgendwo

Während unserer Woche an der französischen Atlantikküste hatte es fast die ganze Zeit geregnet und nun wollten wir der Sonne entgegen nach Barcelona fahren. Unser Campingplatz war etwas außerhalb von Barcelona direkt am Meer, mit einem kleinen Pool und einem kostenlosen Bus nach Barcelona. Der Campingplatz ist perfekt, wenn man sich Barcelona ansehen möchte. Wir waren zwei Tage in der Stadt unterwegs.

 

 

 

Til war auf der ganzen Reise nicht ein einziges Mal beim Friseur gewesen. In Contis Plage ging seine lange Zottelmähne noch als Surferlook durch, aber in Barcelona mussten sie endlich abgeschnitten werden. Wir suchten einen süßen kleinen Friseursalon in der Innenstadt aus und erklärten der jungen Frau auf Englisch, mit Händen und Füßen, was mit Til geschehen sollte. Während sie damit begann Tils Haare zu schneiden, widmete ich mich den ausliegenden Modezeitschriften. Plötzlich gab Til einen Schmerzenslaut von sich und ich sah aus dem Augenwinkel, dass die Friseurin hektisch wurde. Sie hatte Til mit der Schere voll ins Ohr geschnitten. Es war ihr so unangenehm und sie hörte gar nicht mehr auf sich auf Spanisch zu entschuldigen (zumindest glauben wir das) und machte sich daran Til zu verarzten, dem mittlerweile Blut vom Ohr tropfte. Heute hat er dort eine Narbe. Die Friseurin war völlig aufgelöst, sodass Til versuchte sie zu beruhigen und ihr am Ende noch Trinkgeld gab. Später haben wir dann gesehen, dass seine Haare auch völlig schief geschnitten waren.

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Tils neuer Herschel Rucksack im Bus

What we saw:

La Rambla

Die La Rambla ist die Haupteinkaufsstraße in Barcelona. Hier taucht man ein in das Gewimmel von Geschäften, Tapas Bars, Blumenmärkten und Straßenmusikern. Was mich besonders begeisterte waren die vielen Mini-Kakteen, die man überall kaufen konnte. Leider wusste ich nicht wie ich die stacheligen Dinger im Auto transportieren sollte.

La Boqueria

Die Boqueria (La Rambla 91) war mein absolutes Highlight in Barcelona. Es ist eine große Markthalle aus dem 18. Jahrhundert, die an die La Rambla angrenzt. Einem wird ganz schwindelig von den vielen bunten Ständen an denen man  Tapas, Gemüse, Nüsse, Smoothies und vieles mehr kaufen kann. Til musste sich unbedingt einen Schinken-Käse-Crêpe (total spanisch) kaufen, während ich mir an einem asiatischen Stand glutenfreie Nudeln bestellte.

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Smoothies in der Boqueria
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Stand in der Boqueria

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Placa Reial

Dieser historische Platz liegt östlich der La Rambla. An diesem Platz gibt es Restaurants, alte Laternen und Palmen. Nachdem wir lange durch die La Rambla gelaufen waren, machten wir auf diesem Platz eine Pause. Wir setzten uns auf den Rand des großen Brunnen und bestaunten, wie eine Gruppe Capoeira Tänzer plötzlich auf Fahrrädern auftauchte und eine kleine Show auf dem Platz gab. An diesem warmen  Spätsommernachmittag entsprach die Atmosphäre auf diesem Platz genau dem Bild, das ich von Barcelona immer im Kopf gehabt hatte.

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Placa Reial

 

Barrio Gótico

Das Barrio Gótico ist das älteste Stadtviertel Barcelonas und liegt nördlich der La Rambla. Hier gibt es viele kleine Geschäfte und Tapas Bars. Meine Lieblingsboutique war Chez Paulette, wo handgemachte Sachen verkauft wurden. Es war schon Abend als wir im Barrio Gótico unterwegs waren und hatten schon ziemlich Hunger, als wir an der Tapasbar Venus vorbeikamen. Wir bestellten uns verschiedene Tapas und es war unglaublich lecker. Die Oliven waren die Besten, die ich in meinem ganzen Leben gegessen habe! Das Ambiente war sehr gemütlich und obwohl wir in dem kleinen Restaurant saßen bekamen wir durch die bodentiefen Fenster trotzdem das abendliche Treiben auf der Straße mit.

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Streetart in Barcelona
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Die Boutique Chez Paulette


 

 

 

 

 

 

 

 

 

El Raval

El Raval ist ein multikulturelles Viertel in der Hafengegend, was man besonders an den vielen verschiedenen Geschäften und Restaurants sieht. Der Laden Home on earth ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier werden fairtrade und recycelte Produkte aus aller Welt verkauft.

An einem Abend gab es auf unserem Campingplatz einen kostenlosen Mojito-Kurs, an dem man teilnehmen konnte. Wir dachten uns Gratis Alkohol? Warum nicht! Wir saßen an einem Tisch mit einem Pärchen in unserem Alter, die ebenfalls aus Deutschland kamen. Wir unterhielten uns über Studiengänge und Glutenfreies Essen, mixten Mojitos, tranken Sie und hatten einen sehr lustigen Abend.

 

Mojito

Zutaten:

  • 1 Limette
  • Minze
  • 3 Löffel brauner Zucker
  • Sodawasser
  • 4cl Rum
  • Crushed Ice

Die Limette vierteln und zusammen mit dem braunen Zucker in ein Glas geben. Durch zerdrücken, den Saft aus der Limette pressen. Nachdem man einige Minzblätter hinzugefügt hat das Glas mit Crushed Ice auffüllen. Den Rum hinzugeben und mit dem Cocktailshaker mixen. Fertig!

 

Eat, Sleep, Swim, Repeat!

Tils Großeltern haben in Benissa, einem Ort in Spanien an der Costa Blanca, eine Finka. Dort wollten wir als nächstes hin. Wir fuhren morgens in Barcelona los und kamen am Nachmittag dort an. Ich hatte schon Bilder von dem Haus gesehen und wusste, dass das Haus relativ groß sein musste und dass es einen Pool hatte, aber als Til die Tür der „Casa Uschi“ (benannt nach Tils Großmutter) aufschloss, war ich überwältigt. Hinter der Tür führte eine Treppe runter auf die große Terrasse aus rotem Stein , von der man direkt in den Pool mit einem atemberaubenden Ausblick springen konnte. Die Finka war sehr gemütlich eingerichtet, hatte natürlich einen Kühlschrank, einen Fernseher mit deutschen Sendern und ein gemütliches Schlafzimmer mit großem Doppelbett. Kurz: Wir waren im Paradies. Diese Finka stand im krassen Gegensatz zu unserem kleinen Hoptimobil, dass wir in der Garage parkten. Eat, Sleep, Swim, Repeat!

Die Finka „Casa Uschi“
Der Pool der Finka

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ende der Woche wollten Tils Papa, seine Freundin und ein befreundetes Paar aus Deutschland kommen. Til und ich wollten ein bisschen was zum Abendbrot einkaufen und fuhren in einen nahegelegenen Supermarkt. Wir parkten im ansonsten fast leeren Parkhaus. Als wir die Einkäufe im Auto verstaut hatten wollte ich gerade den Einkaufswagen wegbringen, als ich plötzlich einen lauten Knall hörte. Als ich mich umdrehte sah ich, dass Til rückwärts mit voller Wucht in einen Feuerlöscherkasten gefahren war. Die ganze Reise hatten wir ohne größere Zwischenfälle überstanden und nun fast am Ende unserer Reise zerdepperte er in einem leeren Parkhaus das komplette Rücklicht, nur weil er meinte das Parkhaus sei symmetrisch. Aber mit Panzertape kann man ja bekanntlich alles reparieren. Mit dieser notdürftigen Konstruktion fuhren wir noch etwa 2500 Kilometer.

Der Penón de Ifach
Costa Blanca

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Tils Papa, seiner Freundin und den Freunden haben wir noch zwei schöne Tage in der Finka verbracht. An unserem letzten Abend haben wir in dem kleinen Restaurant Canis zu Abend gegessen. Es war ein so ein süßes, kitschiges, durchgestyltes Restaurant, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte Fotos zu machen. Jeder Tisch war anders dekoriert und man hatte einen tollen Ausblick auf die umliegende Landschaft. Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Paella gegessen und es war unglaublich lecker.

 

In dem Restaurant Canis sieht jeder Tisch anders aus
Meine erste Paella

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem kleinen Ausflug ins Paradies fuhren wir zu unserem letzten Stop auf dieser Reise: Paris und Disneyland Paris.

Bild aus meinem Reisetagbuch

 

 

 

 

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